Die evangelische Jugendburg Hohensolms in Hohenahr ist fürwahr ein würdiger Ort für Modellbauer und Teilzeitgeneräle. Im doch recht mittelalterlichen Ambiente lässt es sich in der Gruppe fürtrefflich und vor allem gemeinschaftlich werkeln und fachsimpeln. Das Schöne daran: ganz anders als es der Name vermuten lässt, ist Burg Hohensolms ein Ort, der als Unterkunft das Flair vergangener Zeiten mit dem Komfort der Gegenwart bietet.
Unser Bastelwochenende auf Burg Hohensolms
Das gemeinsame Basteln und Bemalen trieb den Sturmi schon vor längerer Zeit in die Fänge von Max‘ und Unis Modellbaugruppe in Mörfelden. Es ist ja auch zu verlockend. Zwischen zwei Pinselstrichen fliegt schnell ein Witz durch den Raum und man kann sich beim Nachbarn auch mal eben schnell ein paar Tipps holen, die einem auch gerne gegeben werden. Und nicht zuletzt das Grillen in Mörfelden, das nicht jedes Mal, aber doch recht oft auf dem Plan steht, sorgt darüber hinaus noch für ein angenehm fleischhaltiges Miteinander. (Bitte nicht falsch verstehen: es herrscht Tofuverbot)
Als dann der Uni fragte „Sag mal, haste nicht Lust, mit auf unser Bastelwochenende zu kommen?“ war ich dann auch gleich dabei und hatte das auch schon 2017 gebucht. September 2018 war es dann soweit (okay, ich hätte den Bericht hier schon früher schreiben können…) und die Party konnte von Freitag bis Sonntag steigen.
Wie man dem Titelbild entnehmen kann, wurden nicht nur die Plastikmodelle mit Farbe befeuchtet. Auch die Kehlen der Modellbauer bekamen ihr Fett ab.
Ganz oben unter dem Dach des Hauptgebäudes der Burg Hohensolms befindet sich der Seminarraum, den wir für das gemeinsame Bastelwochenende gechartert hatten. An der Stelle danke ich nochmal dem Uni (sicher im Namen aller Beteiligten) für seine gute Organisationsarbeit, deren Ergebnisse man nur zu gerne genießt.
Alle Neune: Daran wurde gewerkelt
Wenn sich neun Modellbauer aus aller Welt (Die Niederlande waren auch dabei) treffen, dann bringt jeder so seine Vorlieben mit. Das betrifft Maßstäbe, das betrifft Themen, Epochen und es betrifft Techniken. In Einem sind sie sich alle recht einig: mit der Air Gun muss das Modell gefinisht werden. Das ist auch der Grund, warum die Modellbaugruppe gemeinschaftlich einen sehr guten Kompressor beschafft hat, so dass man an eben einem solchen Event in Perfektion arbeiten kann. Letztlich bestimmt die Qualität des Werkzeugs auch die Qualität des Endergebnisses mit.
Was wurde an Arbeiten so geplant? Nun, ich habe es bereits angedeutet. Vielfältiger als die Themen an diesem Bastelwochenende kann auch das Lager eines Modellbauhändlers nicht ausfallen. Hier einige der mitgebrachten Arbeiten. Wie man sehen kann, wurden viele Arbeiten schon vor dem Bastelwochenende begonnen und dort fortgeführt.
Auch mit von der Partie: das Finishen eines bereits begonnenen und herzallerliebst geratenen Flugzeugmodells.
Wer keine Arbeit hat, macht sich welche… Das Tigerlein braucht Schuhe! Die Ketten des Tigers ( natürlich nicht die simplen des Bausatzes ) mussten montiert werden.
Ein Scratch-Built vom Kai: ein Halbkettenfahrzeug, das nach dem Krieg zu Forstarbeiten eingesetzt wurde. Es basiert tatsächlich auf dem Hanomag-Halbketten-Fahrzeug und weist ein stark verkürztes Schachtellaufwerk auf.
Zum Einstimmen hat sich der Sturmi sein Sumpfmodul vorgenommen. Die Einfassung brauchte noch etwas Farbe.
Ohne Mampf kein Kampf
Wie in der Schlacht, so auch im Leben. Gerade Modellbauern sagt man einen hohen Bedarf an bekömmlichen Kalorien nach. Das anspruchsvolle Hobby fordert eben auch seinen Tribut.
Um es vorweg zu nehmen: wir hatten für den Samstag Abend auch nen Grillabend angesetzt. Das war klar und Pflicht. Doch auch zwischendurch musste die Truppe versorgt werden. Glücklicherweise stand ein Kühlschrank im Seminarraum und konnte hinreichend Vorräte aufnehmen.
Freitag & Samstag
Es war ein Genuss, mal so richtig stundenlang ohne Unterbrechung dem Hobby frönen zu können. Es zeigte sich auch, dass sich die so investierte Zeit als außerordentlich produktiv herausstellte. Die Arbeiten gingen flott voran.
Hier entsteht grade der Kran mit Ausleger für das forstwirtschaftlich genutzte Halbkettenfahrzeug. Kai fertigte jedes Teil mit Skalpell und Schneider aus Plastic Sheet. Hierzu hatte er sich tatsächlich Konstruktionspläne besorgt, aus denen er die Formen in Originalproportionen auf das Plastic Sheet übertrug.
Enjoy your stay
Abends gegen Zwölf wanderte doch der Eine oder Andere gen Unterkunft. Nach einem Tag voller Aktivität war das auch mehr als angemessen. Morgens traf man sich zum Frühstück und besprach die Pläne für den Tag.
Die Küche auf Burg Hohensolms brachte ihren eigenen Charme mit und ließ uns den noch folgenden Grillabend umso mehr genießen.
Nicht ganz der Rittersaal, aber sehr wohl geeignet, die Zeit zwischen dem Verschließen der Klebstoffflaschen und der Farbtöpfe und deren erneutem Öffnen zu überbrücken.
Hier mal ein Blick in den Burginnenhof. Wäre man nicht so mit dem Hobby in Beschlag genommen worden, hätte man sich hier sicher mal umtun können.
Be prepared
Vor dem samstäglichen Grillabend will man natürlich noch was fertig kriegen, um am Sonntag dann gechillt in den Abschlussmodus zu verfallen. Entsprechend konnte man am Samstag Nachmittag eine beschleunigte Arbeitsgeschwindigkeit unter den Modellbaufreunden feststellen.
Der Grillabend
Der Grillabend zeigte, dass Uni nicht nur bei der Organisation ein glückliches Händchen hat. Auch beim Anpacken ist er immer flott dabei, wie hier beim Anfachen des Grillfeuers zu sehen ist. Vino Rosso gab es zum Fleisch, das unter fachkundigster Anleitung von unserem Grillmeister Kai auf dem Grillrost zielstrebig gar geschmurchelt wurde.
Später am Abend ging das Genießen der großzügig eingekauften Fleischberge in einen kurzen Kampf und Endspurt über, doch das Gute siegte und das Fleisch wurde erfolgreich verinnerlicht. Endlich war auch mal Zeit, die Erlebnisse beim Basteln auszutauschen. Über manche Sektion der Modelle durfte geflucht werden, mancher erlebte Lauf wurde beim gemeinsamen Bekakeln erst so richtig zum Fest.
Grillmeister Kai in seinem Element. Nur fachmännisch behandeltes Grillgut wird unseren höchsten Ansprüchen genügen. Gut, dass Kai dabei (und vor allem am Grill) war.
Bei Tisch: man musste das Fleisch nicht trocken reinfuttern. Bei einem (sehr) guten Tropfen fiel uns das Genießen leicht.
Endspurt am Sonntag
Sonntag ging es nicht ganz so früh ans Werk. Iss klaaar. Den schönen Abend am Feuer noch in der Erinnerung machten wir uns schließlich daran, unsere Werke (weitmöglichst) zu vollenden. Ganz ist es nicht immer gelungen, doch war uns schnell klar, dass es eine sehr gute Idee war, dieses Wochenende gemeinsam zu gestalten. Unter Gleichgesinnten macht das Hobby eben doch am meisten Spaß.
Ob man sich wiedersieht? In 2019? Bestimmt. Je nach Terminlage natürlich. Zum Ende des Bastelwochenendes tauscht man noch das Eine oder andere aus und wünschte sich natürlich auch ein unterjähriges Wiedersehen. Mal schauen, was die Zeit bringen wird.
Zur Strecke gebracht
Die Strecke ist eine alte Jägertradition und ich will mich ihr nicht verschließen. Daher hier mal die Fotos der Bemalaktion der zwoeinhalb Tage. Die Rote Armee der Sturmi Army ist jetzt jedenfalls für’s Erste hinreichend bestückt – doch das kann sich täglich wieder ändern…
Ich hoffe, ihr hattet beim Durchschauen der Bilder ein wenig die Möglichkeit, an unserer Freude am Hobby teilzuhaben.
Stay tuned!
Sturmi
Bildnachweis: © alle schwarzer.de