Kaum waren die ersten Bürgersteige fättich, wollten Plasti und ich natürlich mal sehen, wie das denn so werden würde, mit Saint-Aubin-Sur-Mer. Die ersten fertigen Bürgersteigelemente würden einer gründlichen Beäugung unterzogen. Nur wenn die Bürgersteige uns auch wirklich bis ins letzte Eck gefallen würden, wollten wir diese Fertigungsmethode beibehalten.
Sichtprobe mit Samys Häusern
Wie macht man eine Sichtprobe „Bürgersteige mit Straßen und Häusern“, wenn man keine Straßen und keine Häuser und auch nur zwei Bürgersteige hat? Nun, glücklicherweise hatte ich 2014 noch einen kleinen Vorrat an Stadthäusern beim Samy erstanden. Den nutzten wir jetzt für eine Stellprobe. Als Straßen nahmen wir die aus der Trittschalldämmung herausgeschnittenen Fragmente, welche ja auch tatsächlich den später existierenden Straßen entsprachen.
Der Panther biegt in die Rue Bellengers ein. Kommt irgendwie nicht schlecht. Man hat schon eine Ahnung, wie es später mal werden wird.
Die Panther-Kolonne macht es deutlich: der Spieltrieb erwacht. Hier werden wir später mal viel Spaß haben.
Detailansichten: oder der verflixte Bordstein
Also ich will unsere Begeisterung nicht verhehlen, als wir uns die werdende Dioramenplatte im fast-noch-Urzustand ansahen. Plasti schmunzelte und griente zu mir rüber. Ich wusste, was das hieß. Ich griente zurück und er wusste ebenfalls Bescheid.
Die Technik Pappe-plus-Gehsteigauflage hatte sich bewährt und wir erteilten Produktionsfreigabe. Einen Haken hatte das Ganze natürlich mal wieder – wie sollte es sonst auch sein? Der Bordstein musste aus den Gehsteigauflagen gewonnen werden. Dort waren diese nämlich mit aufgedruckt. Mühsam mussten sie mit der Schere abgetrennt und auf die geschwungene Form gebracht werden. Oftmals musste ich einzelne Bordsteine abschneiden und einzeln verlegen, sprich am Gehsteigrand aufkleben. Für die eng gebogenen Stellen an Kreuzungen und Einmündungen gab es glücklicherweise spezielle Stücke auch in der Vorlage. Hier mal ein paar Detailaufnahmen von den Ergebnissen der Sklavenarbeit.
Der Tiger in seiner Straße mal aus der anderen Perspektive. Auch hier sieht man, wie sich die Gehsteige an die Häuser schmiegen.
Ja, damit hatten wir auf jeden Fall mal eine Entscheidung für die weitere Fertigung getroffen. Irgendwo waren wir beide froh, dass wir eine gute Lösung gefunden hatten, denn es lag ja noch ein gutes Stück Weg vor uns.
Hier noch mal zum Abschluss für heute ein kecker Schörmi, der am Strand um die Ecke des Bistros lubbert. Ach, das war schon geil, als wir vor unserem geistigen Auge unsere Stadt entstehen sahen.
So langsam kam es mir auch, warum die Franzosen in vielen Städten auch mal gar kein Trottoir verlegt haben. Es ist eine verfluchte Arbeit, das Zeugs. Rotwein trinkt sich da schon etwas leichter. À votre santé!
Ich hoffe, ihr könnt etwas mitfiebern, wenn ich hier von Saint-Aubin erzähle. Wenn ihr mal euer eigenes Bauprojekt vorstellen wollt, sprecht mich ruhig an. Vielleicht machen wir ja hier einen schönen Bericht davon.
Für heute euch noch eine gute Zeit!
Sturmi
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